alte blogposts finden sich auf poupoulab.blogspot.com.
Blog
-
Berliner Klavierfestival 2026. Yevgeny Sudbin
Berliner Klavierfestival 2026. Yevgeny Sudbin spielt Bachs Fantasie & Fuge a-Moll BWV 904, Skrjabins Sonate Nr. 10 op. 70, Chopins Ballade Nr. 4 f-Moll op. 52, Bach-Rachmaninovs Prélude, Gavotte & Gigue aus der Violin-Partita Nr. 3, Scalattis Sonaten K. 466, K. 208 und K. 455 und Tschaikowski-Sudbins Fantasie-Ouvertüre zu Romeo & Julia.>Ich sitze wieder im auf Platz 5 in der Seitenreihe des kleinen Saals des Berliner Konzerthauses. Beim Ankommen werde ich von den Sitznachbarn freundlich begüßt. Der Mensch, der am Dienstag während der Zugabe quasselte, ist leider auch wieder da. Der andere, der ihn zurechtwies, ebenfalls.

Yevgeny Sudbin kommt deutlich selbstbewusst auf die Bühne, ruckelt dann aber erstmal länglich an der Klavierbank herum und fängt dann unvermittelt an zu spielen. Meiner Klavierlehrerin hätte das gefallen: ein kerniger Sound, ein bisschen inbrünstig, sorgfältig alle Mittelstimmen gebunden, alles richtig gemacht – sie hätte allerdings die Hände nicht vor dem Pedal gelöst. Mir kommt der Gedanke, dass diese ersten Programmpunkte den Pianisten dazu dienen sollen, sich und das Instrument im vollen Saal zu kalibrieren. Wie am Dienstag ist das ein bisschen brav, ein bisschen sehr „I could do it standing on my head“ (oder wie mein Sitznachbar in der Pause sagte: der Bach war genauso schlecht wie am Dienstag der Mozart).
Es folgt die „Insektensonate“ von Skrjabin. Ich hab mittlerweile weiter im Soziologieskript gelesen, und vom Problem der scheinbar ewigen Moderne, die in einigen Punkten seit dem 19. Jahrhundert konsistent und unverändert ist (Lohnarbeit und Kapitalerträge), in anderen Punkten (Ästhetik) zunehmend zersplittert und zerfasert, so dass kaum noch von ästhetischen Epochen, sondern von Individualismus gesprochen werden muss. Die Sonate verkörpert genau das: keine klassische Sonatenform, weder wirklich dissonant noch ernsthaft atonal, keine Programmmusik, keine Lautmalerei, und zugleich doch all das und auch wieder nicht. Der Pianist beherrscht das volle klangliche Spektrum: flirrende Triller, zartgetupfte Gesten, flächige Klangteppiche, stechende Akkorde, tänzerische Rhythmen, wie zufällig aneinandergereihte Einzelnoten.
Die Chopin-Ballade ist dagegen näher an den Hörgewohnheiten und wirkt im Kontrast leicht konsumierbar, ist vermutlich auch deutlich bekannter, das Publikum ist begeistert (ich auch, aber der Skrjabin war schon deutlich interessanter).
Nach der Pause folgen drei Scarlatti-Sonaten, die der Pianist im Programmheft als seine Kuscheldecke bezeichnet. Anders als bei dem Bach zu Beginn des Recitals bedeutet das aber nicht, dass der Pianist sich im Konventionellen ausruht, im Gegenteil, hier nimmt er sich alle Freiheiten der Umsetzung und spielt mit dem Notentext, es ist eine helle Freude.
Den Abschluss bildet die Transkription des Pianisten der Fantasie-Ouvertüre von Tchaikovskis Romeo & Julia. Das ist furios, Sudbin erzeugt scheinbar mühelos die Klangwelt und den druckvollen Klang eines großen Orchesters. Es ist wirklich beeindruckend. Leider geht es mir damit ein bisschen wie mit Torten in Form von Polizeiautos: ich kann die handwerkliche Konditorkunst wertschätzen, die eine perfekte Illusion erzeugen kann, beeindruckender finde ich aber etwas, das sich selbst in neuer, ungewohnter oder einfach herausragender Form zeigt. Es gibt standing ovations, Bravo-Rufe, und: sehr ungewöhnlich in Berlin: ein paar Leute trappeln mit den Füßen.
Als Zugabe holt der Pianist seinen kleinen Sohn Alik auf die Bühne. Vierhändig spielen sie eine Bachbearbeitung, das ist sehr anrührend.
-
Berliner Klavierfestival 2026. Severin von Eckardstein

Berliner Klavierfestival 2026. Severin von Eckardstein spielt Mozarts Sonate c-moll KV 457, Schumanns Fantasie op. 17, Brahms‘ Klavierstücke op. 118, Liszt‘ Sonetto 123 del Petrarca sowie die Dante-Sonate. Das Festival gastiert wieder im kleinen Saal des Konzerthaus. Ich sitze auf Platz 5 links, das sind die kleinen Bänke an der Saalseite, die den Vorteil haben, dass man seitlich auf den Pianisten schauen kann und dabei die Beine ausstrecken.
Wie beim letzten Mal denke ich zuerst: was für ein unscheinbarer und zurückhaltender Mensch. Von Eckardstein tritt auf die Bühne, verneigt sich knapp, setzt sich entschlossen hin und zuppelt dann eine Weile am Saum seines etwas flatterigen Hemdes und wuschelt sich durch die Haare. Während man im Publikum denkt, es geht wohl noch nicht los, hat er dann aber überraschend übergangslos schon angefangen zu spielen. Die Mozartsonate klingt erstmal etwas brav, den Anfang hört man auf vielen Aufnahmen deutlich kerniger und prägnanter. Hier klingt es leicht, schlicht, einfach. Ich gerate in den in Konzerten grundsätzlich gefährlichen Gedanken, mit etwas Übung könnte ich das auch spielen. Aber es ist halt nicht die C-Dur-Sonatine von Clementi und das ist auch schon bald deutlich zu hören. Modern klingt das, kontrastreich, wild.
Die Schumann-Fantasie, die direkt danach folgt, ist krass. Ein krasses Stück und das kommt auch voll zur Geltung. Ich denke wieder: wie unglaublich modern. Das zentrale Problem der Soziologie „ist die „Große Transformation“ agrarisch-feudaler Ständegesellschaften in industriell-kapitalistische Klassengesellschaften“ (2D, LE1, S. 6) und sie ist „selbst das Pro-
dukt jener „Großen Transformation“, in der jener Gesellschaftstyp sich allmählich herauskristallisieren sollte, den wir heute kurzerhand die Moderne nennen.“ (2D, LE1, S. 8) hatte ich nachmittags gelesen. Jetzt meine ich die Grosse Transformation deutlich zu hören. Während Mozart innerhalb der Ständegesellschaft freigeistige Dinge macht, aber im Rahmen damaliger Konvention bleibt, höre ich Schumann als wirklich modern – auch wenn das 19. Jahrhundert fern ist, ist es der Gesellschaft in der wir heute leben doch so viel näher. Das Stück ist in der Tat fantastisch – wie die musikalische Illustration eines wilden, dramatischen und teilweise slapstickhaft-komischen, dann wieder auf einer Landschaft verharrenden Stummfilms. Wie fällt einem so etwas ein? Wie bringt man es zu Papier wenn man noch nie einen Film gesehen hat? Der Pianist reitet auf den Wellen, die diese Partitur bietet und „wirft sich voll in die Situation“, es ist zum Staunen und sehr ergreifend.Nach der Pause die Klavierstücke Op. 118 von Brahms. Hier sticht für mich immer das dies-irae-Motiv heraus. Schöne Miniaturen, sehr kompetent vorgetragen, aber insgesamt weniger krass.
Der Abend endet mit der Dante-Sonate von Liszt. Zehn Jahre nach der Schumann-Fantasie entstanden. Liszt hat offensichtlich den härteren Stoff konsumiert und dabei in die Hölle geschaut. Von Eckardstein nimmt das alles spielerisch, als wäre es leicht, hält die extremen Spannungsbögen durch. Ich habe dagegen Mühe, der Sauerstoff im Saal ist langsam knapp und ich muss mich wirklich konzentrieren um bis zum Schluss durchzuhalten. Das Publikum rastet anschließend trotzdem komplett aus, es gibt standing ovations und Bravo-Rufe, wie man das in Berlin selten erlebt. Aber es ist hier eben eine Nerd-Veranstaltung. Mitgehörtes Pausengespräch meiner Sitznachbarn „waren es nicht früher immer sechs Konzerte, dieses Jahr sind es nur fünf?“ „Nein – es waren immer fünf, von Anfang an, jedes Jahr“.
Drei Zugaben: der letzte Spanische Tanz von Granados, die Etüde für die linke Hand von Blumenfeld und eine Improvisation über einen Jazzstandard – ich weiß den Namen nicht, es ist jedenfalls ein Schaustück seiner virtuosen Technik.
Zuhause muss ich die Etüde und die Schumann-Fantasie jedenfalls gleich nochmal hören. Fast hätten wir uns zum Musikhören auf den Boden gelegt. Aber wir gurgeln ja auch noch nicht mit Schnaps.
-
Pflanzen 2026
- Weizen
- Zwiebel
- Ölpalme
- Ananas
- Rucola
- Bull’s Blood Pflücksalat
- Tatso Mizuna Pflücksalat
- Batavia Pflücksalat rot
- Batavia Pflücksalat grün
- Spinat
- roter Mangold Pflücksalat
- Tomate
- Knoblauch
- Karotte
- Sellerie (Knolle)
- Pastinake
- schwarzer Pfeffer
- Oregano
- Lorbeerblatt
- Olivenöl
- Kartoffeln
- Schwarztee
- Weintrauben weiß
- Weintrauben rot
- Rapsöl
- Bockshornklee
- Kümmel
- Kumquat
- Champignon
- Schnittlauch
- Apfel
- Petersilienwurzel
- Stangensellerie
- Salbei
- Radieschen
- Kopfsalat
- Orange
- Feldsalat
- Pak Choi
- Chinakohl
- Frühlingszwiebel
- Sesam
- Erdnuss
- Enoki (Pilze)
- Am Choi
- Grüner Paprika
- Alblinsen
- Pflaume
- Sauerkirsche
- Kreuzkümmel
- Blumenkohl
- Banane
- Spanische Crowdfarminglinsen (klein, braun, rund)
- Hafer
- Eisbergsalat
- Lollo Rosso
- Endivie
- Frisee
- Radicchio
- Eichblattsalat, rot
- Kirchererbsen
- Mandel
- Rote Paprika
- Soja
- Lauch
- Weißer Spargel
- Kartoffel, gelb
- Himbeeren
- Kürbis (Kerne)
- Sonnenblumen (Kerne)
- Leinsaat
- Chia
- Hirse
- Flohsamen
- Roggen
- Mohn
- Salatgurke
- Rotkraut
- Wacholderbeere
- Kohlrabi, grün
- schwarzer Sesam
- Fenchel
- Petersilie, glatt
- Oliven, grün
- Mairübchen
-
Parfümfrei: Deoprobleme (unbezahlte Werbung)
Viele Jahre habe ich das parfümfreie Deo „Nivea Pure & Sensitive“ benutzt. Das war ein gut wirksames Deo. Leider hat Nivea das Produkt ersatzlos eingestellt.
Das heißt ich bin mal wieder auf der Suche nach einem Deo, das keine Duftstoffe (auch keine ätherischen Öle) enthält und trotzdem gut wirksam ist.
Erste Testrunde ging mit „Sebamed 48h Balsam Deo Roll-On ohne Aluminiumsalze“. Das entpuppte sich leider als wenig wirksam. Keine allergische Reaktion, aber nur schlechte Deowirkung.
Neuer Test mit „Triple Dry Antitranspirant Deo Roll-on Classic, 50 ml“: dieses Deo soll 72h wirken. Die Deowirkung ist sehr gut. Anfangs war ich skeptisch, inzwischen wende ich es tatsächlich nur alle drei Tage an. Das ist gewöhnungsbedürftig. Leider habe ich den Eindruck, dass sich die Haut durch das Produkt leicht verfärbt. Nicht sehr, aber wenn das noch stärker werden würde, würde es mich doch stören.
Für weitere Tests habe ich noch „MUM ohne Parfum“ gekauft, das habe ich früher mal genutzt und gut vertragen, die Deowirkung war aber weniger gut als die des NIVEA-Deos.
Außerdem habe ich eine Website entdeckt, die sich auf parfümfreie Kosmetik spezialisiert hat, da sehe ich auch noch ein paar Testmöglichkeiten: https://www.neutrale-produkte.de/NIVEA hat auf meine Kundenfrage geantwortet. Unter der der Marke NIVEA gibt es tatsächlich kein duftstofffreies Deo mehr. Der Kundenservice empfiehlt, „NIVEA Derma Control Restore Roll-On“ auszuprobieren, dessen Duftstoffe seien hypoallergen. Alternativ empfehlen sie mir „Hidrofugal SENSITIV ROLL-ON“, ebenfalls eine Marke von Beiersdorf und tatsächlich perfümfrei. Was mich spontan an beiden stört: für mein altes Deo habe ich in der Regel 1,79€ bezahlt. Das Hidrofugal kostet 4,49€, das Derma-Control-Restore 3,49€, die Deos von der Neutrale-Produkte-Website sind auch alle eher im 5€-Bereich. Wenn ich die tatsächlich nur noch alle drei Tage brauche, kommt das so ungefähr hin – aber: wie um alles in der Welt soll ich mir das merken?
Update: ich habe mir inzwischen einen Rhythmus Montag, Mittwoch, Freitag angewöhnt. Mal schauen, ob das auf Dauer funktioniert.
Und: der Nivea Kundenservice hat nochmal geantwortet: das Derma Control Restore Deo enthält weder Eichenmoos absolue, noch Zedernholzöl, noch Lavendelöl. Das hilft mir tatsächlich auch weiter.
-
Kein Naturgarten
Jetzt ist viel Arbeit, sagt die Nachbarin. Eigentlich nicht, sage ich und denke: noch nicht, es ist einfach noch zu früh im Jahr. Sagt die Nachbarin: ja, ihr habt ja auch einen Naturgarten.

Haben wir einen Naturgarten? Haben wir deshalb weniger Arbeit damit?Ein Garten ist von seinem Konzept her das Gegenteil von Natur. Wäre unser Garten Natur, das heißt, würden wir nicht mehr eingreifen, würden ihn wohl zuerst Brombeeren überwuchern, irgendwann würde sich ein Birkenhain etablieren, darunter würden junge Buchen hochkommen und schließlich wäre da ein Wald.
Weil wir eingreifen, ist es ein Garten. Das heißt, das Gelände ist nicht left to its own devices. Es ist ein Garten, weil wir es so wollen und es aktiv daran hindern, sich in einen Wald zu verwandeln. Dieser Garten ist nicht dazu da, uns mit Gemüse zu versorgen (das kann Levin Müller deutlich besser als wir und ich weiß aus eigener Anschauung, dass ein Selbstversorgergarten in der Saison ein fulltime job ist). Der Garten soll auch nicht die Welt retten. Vielmehr handelt es sich um einen klassischen pleasure ground, einen Lustgarten, seine einzige Aufgabe ist es, uns zu erfreuen.
Wir greifen ein, indem wir Wege mähen, Bäume, Sträucher und Rosen beschneiden, Beete abstechen, Unkraut jäten, Stauden pflanzen, Einjährige Pflanzen aussäen. Gelegentlich gießen oder düngen wir auch. Selten bekämpfen wir irgendwas (Buchsbaumzünsler, Rosenblattwespen, sehr gelegentlich Schnecken) oder versuchen, es aus dem Garten fern zu halten (Giersch, Kanadische Goldrute, Hasen, Rehe).
Wir erfreuen uns an dem, was dort bereitwillig wächst (genügsame Stauden, Apfelbäume, Rosen, Wiese). Uns erfreut auch, zu erkennen, was dort bereitwillig wächst, und dann mehr davon oder ähnliches dort auszupflanzen und auszubreiten. Uns erfreut, wenn wir selten gießen, jäten, spritzen oder düngen müssen. Weniger, weil wir das generell ablehnen würden, sondern weil es uns noch mehr erfreut, die Zeit im Garten damit zu verbringen, zu lesen, zu sinnieren und dabei immer wieder den Blick schweifen zu lassen. Vermutlich ist das unsere Natur.
-
Live 2026
- Rhythm is a dancer. Kammerkonzert Komische Oper: Adams, Price, Dvorak, Gershwin. Schillertheater
- 743. Noonsong. sirventes berlin: Radcliffe, Scheidt, Mendelssohn-Bartholdy, Durante, Vivaldi. Kirche am Hohenzollernplatz
- 744. Noonsong. sirventes berlin: Johann Gottfried Walther, Richard Ayleward, Lodovico Viadana, William Boyce, Hans Leo Haßler, Giovanni Giacomo Gastoldi. Kirche am Hohenzollernplatz
- Vom Sackgassendorf zum Großstadtbezirk. Eva-Lichtspiele
- Burns Supper. Brlo Charlottenburg
- Javanesisches Gamelan. Gamelan-Orchester Überseemuseum Bremen
- Cine Burlesque, Cinema Paris
- Lady Macbeth von Mzensk. Komische Oper. Schillertheater
- Berliner Klavierfestival 2026. Severin von Eckardstein: Mozart Sonate c-Moll KV 457, Schumann Fantasie op. 17, Brahms Klavierstücke op. 118, Liszt Sonetto 123 del Petrarca, Dante-Sonate. Konzerthaus, kleiner Saal Platz 5 links
- Berliner Klavierfestival 2026. Yevgeny Sudbin: Bach Fantasie & Fuge a-Moll BWV 904, Skrjabin Sonate Nr. 10 op. 70, Chopin Ballade Nr. 4 f-Moll op. 52, Bach-Rachmaninov Prélude, Gavotte & Gigue aus der Violin-Partita Nr. 3, Scalatti Sonaten K. 466, K. 208 und K. 455, Tschaikowski-Sudbin Fantasie-Ouvertüre zu Romeo & Julia. Konzerthaus, kleiner Saal, Platz 5 links
-
Sehen 2026
- New York, New York, 1977, Yorck
- Sinners, 2025, Odeon
- Some Like I Hot, 1959, Cinema Paris
- Bridgerton, Staffeln 1-4, 2020-2026, Netflix
- EPIC – Elvis Presley in Concert, 2025, Kant
- EPIC – Elvis Presley in Concert, 2025, Adria
- EPIC – Elvis Presley in Concert, 2025, Astor Film Lounge
- Diese Lücke, diese entsetzliche Lücke, 2026, Kant Kino
- Emily in Paris, Staffeln 1-5, 2020-2025, Netflix
- Project Hail Mary, 2026, Imax UCI Luxe East Side Gallery
-
Lesen 2026
- Elizabeth George: Missing Joseph, 1992
- Joan Aiken : The Smile of the Stranger, 1978
- Gaea Schoeters: Trophäe, 2020
- Joan Aiken: The Weeping Ash, 1980
- Elizabeth George: In the face of the enemy, 1996
- Elizabeth George: Playing for the Ashes, 1994
- Joan Aiken: The Girl from Paris, 1982
- Elizabeth George: Deception on his mind, 1997
-
Büchergeschichte
Ich greife mal den Impuls von Southpark und der Kaltmamsell auf.
Aufgewachsen bin ich in einem Haushalt, in dem anfangs gar nicht so unglaublich viele Bücher im Regal standen, in dem aber Bücher gelesen, verschenkt, diskutiert, hin und her ausgeliehen wurden. Genau genommen war ich als kleines Kind in zwei Haushalten, in dem anderen, dem Haus meiner Großmutter, standen mehr Bücher aber auch keine erschlagenden Mengen, auch hier spielten Bücher im Alltag eine selbstverständliche Rolle. Ich sehe einige der Regale noch vor mir. Bei meinen Eltern stand „Der Butt“ und „Herr der Ringe“, „Die Kelten in Mitteleuropa“, ein vielbändiges zoologisches Lexikon, bei der Großmutter standen mehrere Bände Wilhelm Busch, ein auffälliger gelber Buchrücken mit der Aufschrift „Der Sowjetmensch“, verschiedene Ratgeber von Reader’s Digest und Romane von Knut Hamsun usw..
Irgendwann im Kindergartenalter hatte ich mir mithilfe der Buchstabiertafel meines fisher-price-Doktorkoffers selbst das Lesen beigebracht, das aber zunächst nur auf Beschriftungen im öffentlichen Raum und das Fernsehheft angewendet. Da ich die Zahlenfolgen der Uhrzeiten nicht verstand, war das weniger hilfreich gewesen als ich erwartet hatte. Meine Mutter las mir jeden Abend ein Kapitel vor, z.B. aus „Feuerschuh und Windsandale“ oder „Rasmus und der Landstreicher“. Eines Abends las sie mir das erste Kapitel von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ vor, das war so spannend, dass ich den Rest des Buchs dann selbst weiterlas.
Ab dann habe ich mehr oder weniger alles gelesen, was greifbar war. Bücher, die ich zum Geburtstag, zu Weihnachten oder für anstandslose Zahnarztbesuche bekommen hatte, Bücher meiner Eltern, Bücher, die im Haushalt meiner Großmutter noch von früher vorhanden waren, Bücher aus der Stadtbücherei, „Das Beste von Reader’s Digest“, die auf der großmütterlichen Toilette und das Gewerkschaftsheft und die Kirchenzeitung, später „Die Grundschulzeitschrift“, die auf der meiner Eltern auslagen, später, als ich im Gymnasium war, auch Bücher, die ich von Freundinnen auslieh.
Meine Versuche, meine eigenen Bücher bibliothekarisch zu erfassen, zu nummerieren und in handgeschriebene Listen alphabetisch einzutragen, scheiterten daran, dass immer wieder neue Bücher dazu kamen und ich immer wieder komplett von vorne beginnen musste, so dass ich über die ersten Buchstaben nie hinauskam. Das Thema Bücher wurde dann nochmal ganz anders präsent, als meine Mutter anfing, welche zu schreiben, und ich plötzlich auch hinter die Kulissen von Verlagstätigkeit und Buchherstellung schauen durfte.Als ich dann zum Studieren ausgezogen war, tat sich die wunderbare Welt moderner Antiquariate vor mir auf. Wochenlang habe ich auf jedem Weg zur Uni in der Heine-Buchhandlung irgendein makuliertes Exemplar für wenig Geld mitgenommen – bis das anfangs riesig erscheinende 80er Billyregal plötzlich doppelreihig voll war und ich recht abrupt mit dem Bücherkaufen und Bücher schenken lassen aufhören musste. Das Studienjahr in England hat mir dann noch einen völlig neuen Zugang zu fremdsprachiger Literatur eröffnet, zudem war York damals eine Stadt der Antiquariate, das Übergepäck, mit dem ich nach einem Jahr zurückreiste, bestand ausschließlich aus zwei Beuteln mit Büchern, die zusätzlich auch in der Fototasche, im Kulturbeutel und allen anderen freien Gepäckfächern steckten. (Ich erinnere mich noch, wie ich am Schalter die steinschwere Fototasche mit „this is just a camera“ hochhielt, Kabinengepäck war damals noch nicht auf einzelne Stücke limitiert). Weil dies Bücher irgendwo hinmussten, schraubte ich einzelne Regalbretter über alle Türstürze und erweiterte den Bestand nochmal um ein paar Meter.
Praktischerweise eröffnete die Unibibliothek irgendwann ein Freihandmagazin, in dem die Bücher nach Anschaffungsdatum einsortiert waren. Ich gewöhnte mir an, immer die neusten Regalbretter durchzusehen, denn zu meiner Überraschung schaffte die SUB auch umfangreich neu erschienene Romane an.
Als ich dann eine größere Wohnung bezog, anfing zu arbeiten und plötzlich ungeahnt viel Geld zur Verfügung hatte, fing ich an, wieder in größerem Stil Bücher und weitere Billyregale zu kaufen – einfach weil ich es konnte. Leider musste ich ungefähr zeitgleich ein extra Regal für ungelesene Bücher anfangen, denn ich kam mit Lesen nicht mehr hinterher.
Etwas später zog der Liebste mit allen seinen Büchern und weiteren Billyregalen hier ein. Unsere Bücher existierten dann mehrere Jahre getrennt in nach unseren jeweiligen Kriterien sortierten Regalen. Irgendwann Anfang 2012 beschloss der Liebste, seine Bücher nach der Farbe zu sortieren. Ich war entstetzt, hielt die Idee für völlig bescheuert und bat dringlich, meine Bücher von solchen abwegigen Ideen zu verschonen.
Es dauerte ein paar Tage, bis seine Bücher farblich sortiert wieder in den Regalen standen. Das sah edel und klar aus. Meine Regale wirkten dagegen scheckig und wirr. Da seufzte ich tief und sagte: „ich werde jetzt alle meine Bücher stempeln, damit ich sie im Fall wiederfinde und dann sortier bitte meine Bücher, bis auf die ungelesenen, mit ein.“ Es dauerte mehrere Tage bis wir alle Bücher so sortiert hatten, dass einzelne Regale komplett nur noch eine Farbe enthielten. Als es geschafft war, sank ich in den Sessel und sagte „jetzt ist auch alles egal, wenn die Bücher schon vermischt sind, können wir auch heiraten“ – und so kam es dann auch.
Ab dann kuratierten wir gemeinsam farblich sortierte ca 80m Buch in unserer Wohnung. Gelegentlich sortierten wir mal eine Kiste voll Büchern aus fürs Antiquariat oder eine Spendenaktion und kurz drauf war der gewonnene Platz wieder befüllt – obwohl mein Lesetempo langsam geworden ist und ich eigentlich kaum Bücher kaufe, aber irgendwie sammeln sie sich trotzem an.
Jetzt steht ein Umzug in eine kleinere und völlig anders geschnittene Wohnung an. Bei der Besichtigung durch das Umzugsunternehmen sagte der Mitarbeiter beim Anblick der Regale nur „Hallelujah“. Das löste dann fast eine Art Ehrgeiz aus, jetzt doch wirklich mal auszusortieren.
Das fiel mir anfangs sehr schwer. Eigentlich alle Bücher, die da standen, mochte ich, erinnerte mich an etwas aus dem Buch oder die Bücher erinnerten mich an etwas aus meinem Leben. Anfangs konnte ich nach einigem Überlegen von 50 Büchern drei aussortieren. Dann stellte ich fest, dass es mir meist schon am nächsten Tag recht mühelos gelang, aus denselben Büchern nochmal drei und dann an einem anderen Tag wieder drei auszusortieren. Ich machte mir klar, dass die Bücher nicht, weil ich sie aussortiere, zu schlechten Büchern werden. Es waren und bleiben gute Bücher, aber sie müssen eben künftig woanders wohnen – sollte ich doch nochmal reinschauen wollen, kaufe ich sie eben neu. Also trugen wir viele, viele Taschen zu Oxfam. Und dann wurde es immer leichter. Die Regale sahen plötzlich nicht mehr aus als brächen sie sofort zusammen. Die Ehrenamtlichen bei Oxfam bedankten sich überschwänglich für die schönen Spenden und milderten das Gefühl, ein Bücher weggebender schlechter Mensch zu sein.
Die übrig gebliebenen Bücher sind solche, die ich mich wirklich zu sehen freue. Und ich sehe mehr davon, weil sie nur noch in einer Reihe stehen.Geblieben sind alle Bücher von Joseph Roth, Nick Hornby, Ian McEwan, Bill Bryson, John Irving, Juli Zeh, auch wenn ich z.B. gerade weder von Irving, noch von Juli Zeh neue Bücher lesen wollen würde. Geblieben sind Fachbücher und Kunstbände. Bis auf wenige Ausnahmen sind die historischen Kochbücher noch da. Das Lexikon der christlichen Ikonographie durfte bleiben. Diverse Romane und auch einige Sachbücher. Insgesamt ca 65 Meter sind noch da, sagt der Umzugsmann. Ein paar Bücherstapel (im Küchenschrank, auf dem Couchtisch, neben meinem Bett, auf dem Schuhregal) sind noch aufzulösen. Geplant ist, dass in der neuen Wohnung Bücherregale entlang des Flurs stehen werden. Darauf freue ich mich sehr. An den Büchern, die jetzt noch da sind, täglich mehrfach vorbeiflanieren und an die Dinge denken, für die sie wichtig sind.
-
Erdbeereis Ninja Creami

Zutaten
500g frische Erdbeeren, in kleinen Stückchen (Viertel bis Achtel)
100g Zucker
100g griechischer Joghurt
Zubereitung
Erdbeeren mit dem Zucker mischen und einige Minuten stehen lassen, dann den Joghurt unterrühren und in die Creami-Becher füllen (ergibt zwei Becher). 24 Stunden durchfrieren lassen, mit „light ice cream“ fräsen, ggf mit re-spin.