Einen Besuch wert
Im Detail:
**Einführung: Ein Wandtext erläutert kurz, wer Marina Abramovic ist, was sie gemacht hat, und dass es hier um den Blick auf den Balkan als vermeintlich rückständige und in Volksmythen verhaftete Region geht
**Benutzerführung: die Ausstellung gliedert sich in zwei Äste, die vom ersten Raum nach links und nach rechts wegführen, die Reihenfolge scheint ohne Belang. In jedem Fall geht man die Äste bis zum Ende und dann wieder zurück zum Ausgangspunkt, an dem man so immer wieder Station macht.
**Aufstellung/Hängung: Video- und andere Installationen, eine Live-Performannce
**Umfang: Die Ausstellung ist nicht sehr groß, einige der Videos haben eine vergleichsweise lange Laufzeit. 1,5 Stunden sollten ausreichen.
**Inhalte: Mitschnitte und Artefakte aus historischen Performances, neue Arbeiten sind hauptsächlich Videos bzw. Video-Rauminstallationen, es geht im weiteren Sinne um Folklore, Fruchtbarkeit, den Balkan
**Hintergründe: In den frühen Performances ging es vielfach um Abramovic selbst: als Körper, als Frau, als Künstlerin. Dann wandte sie sich ihrer Herkunftsregion, dem Balkan, zu und setzt sich nun mit Zuschreibungen, Vorurteilen und Stereotypen auseinander.
Anders als diese Ausstellung, die ich am selben Tag gesehen habe, scheint es hier nicht erforderlich, sich dazu zu positionieren, was für diese Ausstellung eigentlich eine Frau ist. Ich überrasche mich selbst damit, dass ich das irgendwie altbacken finde, in seiner binären Eindeutigkeit. Das ist nicht die Marina Abramovic, wie ich sie zu kennen glaube, mir vielleicht auch wünsche, die „Zuschreibungen, Vorurteile und Stereotypen“ hinterfragt und hervorhebt. Auf seltsame Art ist mir auch die Videotechnik zu perfekt. Wäre die Künstlerin ein Mann, würde ich das ganze als „Alterswerk“ mit etwas viel nackten Brüsten abhaken. Schade.
**Architektur: Der Martin-Gropius-Bau ist ein ehemaliges gründerzeitliches Kunstgewerbemuseum.
**Extras: https://www.berlinerfestspiele.de/gropius-bau/programm/2026/ausstellungen/marina-abramovic im Herbst eröffnet noch eine Bühnenproduktion, die die Ausstellung fortsetzt
**Daten: 25.4.-23.8.2026, auf der Bühne ab Oktober 2026
**Fazit: Ich bin enttäuscht, trotzdem bin ich froh, dort gewesen zu sein und fand es durchaus gedankenregend.
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