Modul 2D Auszug Beck, 1986

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Es ist zu einem Individualisierungsschub gekommen. Dafür waren verschiedene Faktoren ursächlich: der Fahrstuhl-Effekt, Mobilität und Bildungsexpansion. Zwar sind die Relationen sozialer Ungleichheit im Grundsatz konstant geblieben, es kam aber zum Fahrstuhleffekt, einem kollektiven Zuwachs an Einkommen, Bildung, Mobilität, Wissenschaft, Recht und Konsum durch mehr Lebenszeit, weniger Arbeitszeit und mehr Arbeitseinkommen. Soziale, geographische und alltägliche Mobilität haben stark zugenommen, die Lebenswege der Menschen lösen sich von ihrem Herkunftsumfeld. Die Bildungsexpansion umfasst den Zugang zu Bildung und die erreichbaren Bildungsziele, insbesonders für Frauen.

Während Marx argumentierte, dass der Kapitalismus zur Vereinzelung führt, die dann über kollektive Verelendung zur Solidarisierung führt, geht Beck davon aus, dass die allgemeine Prosperität die Individualisierung im Sinne einer Befreiung erst ermöglicht. Weber beschrieb eine unendliche Einsamkeit der Menschen, nachdem sie das kirchlich gebundene Jenseits verloren hatten und die sie mit diesseitiger Emsigkeit zu kompensieren versuchten. Beck versteht diese Enttraditionalisierung als Öffnung zu neuen Möglichkeiten für das Individuum, die über die Entwicklung der Industriegesellschaft hinausreicht (er nennt es daher zweite Moderne).

Kategorien wie Klasse und Schicht eignen sich für Beck nicht mehr zur Beschreibung der sozialen Ungleichheit der Gesellschaft, vielmehr ist die soziale Ungleichheit inzwischen selbst indivualisiert.

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