Modul 2D LE 2 Auszug Geißer, 2014

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Geißler versucht, das Hausmodell von Dahrendorf umzubauen und zu modernisieren (jetzt: Residenzmodell). Es zeigt die soziale Schichtung der Bevölkerung ausgehend vom Mikrozensus 2009. Die Einteilung richtet sich vorrangig nach dem Beruf der statushöchsten Person eines Haushaltes. Davon abgegrenzt sind dauerhafte materielle Not (Unterschicht) und Zuwanderung (Ausländer). Ausländer sind in seitlichen Anbauten „untergebracht“ auf allen Ebenen der Schichtung zu finden. Gegenüber dem Modell von Dahrendorfs hat eine massive Umschichtung stattgefunden. Die Dienstklassen haben sich massiv ausgedehnt. Diese umfassen nicht nur akademische Dienstleister sondern auch an- und ungelernte Routinedienstleister. Deutschland ist ein Einwanderungsland geworden, es gibt eine tendenzielle Unterschichtung durch Migranten. Decken und Wände der neuen Residenz sind durchlässiger, die Residenz insgesamt besser mit Komfort ausgestattet (auf allen Ebenen). Es gibt einen Trend der Entschichtung, der dazu führt, dass sich Schichten immer mehr ausdifferenzieren und von außen Schichtunterschiede kaum noch wahrnehmbar sind („offenes Wohnen“). Schichttypische Ungleichheitsstrukturen bestehen jedoch fort. Lebenschancen und -risiken sind schichttypisch verteilt. Verhaltensweisen und Orientierungen variieren schichttypisch. Individualisierungsprozesse finden sich vor allem in den oberen Schichten. Die Bevölkerung erlebt sich selbst als hierarchisch gegliedert und geht von einer Dreiteilung Oben-Mitte-Unten aus und verknüpft dies mit Merkmalen wie Einkommen, Bildung, Vermögen etc. Die Bevölkerung nimmt Konfliktlinien wahr zwischen Arm und Reich, AN und AG, Deutschen und Ausländern.

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