Nivellierte Mittelstandsgesellschaft (geringe Einkommensungleichheit, Massenwohlstand) und Industriegesellschaft sind erodiert. Es gibt eine neue Klassenspaltung und eine Drei-Drittel-Geellschaft. Dies zeigt sich in den USA, UK und Frankreich, weniger deutlich in Deutschland. Ein Drittel bildet die neue akademische Mittelklasse. Diese ist durch Postindustrialismus und Bildungsexpansion entstanden. Parallel ist eine neue Unterklasse entstanden. Sie besteht aus Diensleistern, Semiqualifizierten, perkär Beschäftigten, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern und umfasst ebenfalls ein Drittel. Sie ist durch Deindustrialisierung und Bedeutungszuwachs einfacher Dienstleistungen und negative Folge der Bildungsexpandion (Bildungsverlierer) entstanden. Das mittlere Drittel bildet die alte nichtakademische Mittelklasse. Daneben exisitieren noch eine winzige Klasse von Superreichen und eine kleinere Oberklasse (hohes ökonomisches, kaum kulturelles Kapital). Die alte Mittelklasse stand für den normalen Lebensstil, ist jetzt nicht mehr Maßstab sondern Mittelmaß. Statt des Fahrstuhleffekts ist es zu einem Paternostereffekt gekommen. Auf- und Abstieg sind nicht nur ökonomisch sondern auch kulturell. Dies zeigt sich an drei Ebenen: 1. Kulturelles Kapital entscheidet über Auf- oder Abstieg. 2. Selbstkulturalisierung des Lebensstils kennzeichnet die neue akademische Mittelklasse, während die neue Unterklasse Grundbedürfnisse befriedigen muss. 3. Der Lebensstil der neuen Mittelklasse gilt in der gesellschaftlichen wie der Selbstwahrnehmung als wertvoll (Biogemüse), der Lebensstil der Unterklasse als defizitär (Cola). Der Lebensstil der Spätmoderne verspricht Vobildlichkeit, kann das Versprechen aber nicht für alle einlösen (Sozialhilfe reicht nicht für Biogemüse).
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